"Sibiul Vechi"
Adresse: str. Papui Ilarian nr. 3, Tel.: +40 269 21 28 14
Normalerweise graut es mir, wenn ich die
Bezeichnung „traditionell rumänisch“ höre. Es ist mittlerweile
schlichtweg zu einem Synonym von „Ich kann kochen, da ich meiner Mutter
schon mal beim Kochen zugeschaut habe“ geworden. Immer die gleichen
mici aus der Metro. Das Fleisch ist meistens undefinierbar. Und das
alles ist in nicht heißem Öl getaucht worden und dadurch entsprechend
fettig. Salate gibt es in Rumänien anscheinend auch immer nur dasselbe
und das möglichst nicht gewürzt. Und zur Krönung dann die Rechnung:
teuer wie in einem Luxusrestaurant. Nicht so im „Sibiul Vechi“!
Das „Sibiul Vechi“, was soviel heißt wie „Alt-Hermannstadt“ ist eines
der ältesten Restaurants in Hermannstadt, das heute noch besteht. Der
ehemalige „Thomaskeller“ wurde schon vor mehr als hundert Jahren als
Speiselokal betrieben und liegt, wenn man von der Heltauergasse rechts
am Telefonamt vorbeigeht, nach ca. 50 Metern auf der linken Seite.
Das „Sibiul Vechi“ ist eines der rustikalen rumänischen
Restaurants. Des öfteren spielen hier Musiker am Abend traditionelle
rumänische Lieder auf Flöte und Akkordeon. Die Bedienung trägt die
rumänische Volkstracht aus der Hermannstädter Region.
Das Essen ist schon traditionell sehr gut zubereitet. Alles was geht
ist frisch und wenn möglich gegrillt. Wer wissen will, wie die gute
rumänische Küche schmecken sollte: Hier ist die zur Zeit einzige
Adresse in Hermannstadt, wo er das erleben kann. Die Karte bietet alles
was man in einem solchen Restaurant erwarten kann. Von der mamaliguta
(Maisbrei) bis zu den frigarui (Fleischspieße) sind alle Speisen stets
gut gemacht. Ständig bekommt man gute und frische Salate. Ist man
angesichts des guten Essens überrascht, so wird man es erst recht sein,
wenn die Rechnung kommt: Das „Sibiul Vechi“ hat sehr niedrige Preise
angesichts dessen was man bietet.
Die Bedienung ist schnell, freundlich und zuvorkommend. Das „Sibiul
Vechi“ ist eines der wenigen Lokale, an dem selbst ich nichts aussetzen
kann und bekommt deswegen von mir in allen Kategorien sieben Burgen.
Doch Vorsicht: Der gute Ruf hat sich herumgesprochen und das Lokal ist
deshalb des öfteren bis auf den letzten Platz gefüllt. Wer nach 20.30
Uhr kommt, hat meistens kein Glück.