Erschienen im Januar 2008
Ein schönes und gutes neues Jahr wünsche ich Ihnen. Ich hoffe sie haben das letzte Jahr, in dem unser schönes Hermannstadt Hauptkulturstadt oder so war, gut erlebt. Vom kulturellen her war ja einiges los. Das meiste war ja auch gut. Gastronomisch gesehen war eigentlich wenig los. Zwar waren zwei Highlights zu verzeichnen, aber leider auch viele schlimme Neueröffnungen. Von einigen mussten man sich teilweise schon tagelang erholen. Wenn dann der Campari auch noch mehr kostet als eine ganze Flasche desselben Getränkes in der Metro, dann ist schon alles klar. Vielfach stimmte einfach das Preis-Leistungsverhältnis überhaupt nicht. Bei vielen Küchenchefs hatte man das Gefühl sie hätten zu Hause Ihrer Mutter nur beim kochen zu geschaut.
Als dann das Jahr schon fast zu Ende war, in der letzten Woche bevor wir in den Urlaub wollten, kam dann der Höhepunkt des Jahres. Leider im negativen Sinn. Im vorbeifahren hatte ich gesehen, das das Restaurant "Zorbas" in der str. E.A. bielz in Neppendorf wieder geöffnet hatte. Gerüchte nach, sollte der Ehemalige Betreiber vom "Oasis" hier sein neues Domizil gefunden haben. Welch ein Trugschluss. Aber auf alle Fälle schlechter als beim ersten Versuch konnte es nicht kommen. Dachten wir.
Doch von Anfang an. Das zu Hause vorbereitete Essen für den Abend wurde wieder in den Kühlschrank geschoben. Endlich wieder griechisch Essen. Gyros. Tsatsiki. Bifteki. Souvlaki. Salat. Dazu ein guter handwarmer Ouzo. Die Vorfreude war gross. Beim betreten der in der tat schönen Räume waren wir voller Vorfreude. Die Bedienung war freundlich und die Karte schnell gebracht. Und dann die Überraschung: Ausser Gyros und Bifteki sowie Tsatsiki nichts griechisches. Nun gut: Schafskäse. Aber das ist schliesslich rumänisch. Ich habe alles was sich auf der Karte an griechischem zu finden war bestellt. Doch es tut mir leid. Es reicht nicht aus die Koteletts vom Vortag in Scheiben zu schneiden und dann mit griechisch ausschauenden Gewürzen anzubraten, um ein Gyros zu bekommen. Das Tsatsiki war überraschend laff. Und das in Rumänien der Knoblauch ausgegangen ist halte ich für einen schlechten Witz. Nun ja. Und dann das Bifteki! Doch das sind wir ja schon gewöhnt. Alles was nach Ciftelute aussieht wird auch so gemacht. Rücksicht auf andere Rezepte werden nicht genommen.
Zu den Preisen kann ich wenig sagen. Denn ich konnte es mir nicht verkneifen, der Bedienung ehrlich zu sagen wie ich das Essen fand. Das Ergebnis war eine grosse Diskussion mit der neuen Pächterin des "Zorbas" über die Zubereitung von griechischem Essen. Sie beharrte jedoch darauf, das sie alles richtig gemacht hat und wir das nicht richtig bewerten könnten. Da ich jedoch weiss, das man ihr dieselbe Kritik schon vorher nahe gebracht hat, bekommt dieses Restaurant mit Sicherheit keine zweite Chance. Nachdem ich jedoch erwähnte, das ich für die "HZ" Restaurantkritiken schreibe, berechnete man mir das Essen nicht. Doch tut mir leid: Ich bin vielleicht etwas dämlich, aber nicht bestechlich.
Also: Wollen Sie einen schönen Abend verleben, gibt es immer noch das italienische "Fellini", das chinesische "Tai Ji" oder das schweizerische "Max" und noch eine Menge mehr. Aber machen sie um das "Zorbas" einen großen Bogen. Es wirbt zwar mit seiner mediterranen und griechischen Küche, bietet jedoch nur rumänischen Nepp in Neppendorf.
Das Restaurant ist kurz nach dem erscheinen dieses Artikels geschlossen worden und bis heute nicht wiedereröffnet.